Home / Allgemein / Abrechnungswesen GOZ/BEMA für die ZFA Prüfung verständlich erklärt (2.2)

Abrechnungswesen GOZ/BEMA für die ZFA Prüfung verständlich erklärt (2.2)

Das Abrechnungswesen ist Teil des umfangreichen schriftlichen GAP2-Bereichs „Organisieren der Verwaltungsprozesse und Abrechnen von Leistungen“ und gilt bei vielen Azubis als besonders anspruchsvoll – zu Recht, denn hier verschmelzen zahnmedizinisches Fachwissen und kaufmännisches Verständnis. In diesem Beitrag bekommst du einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Inhalte und wie du dich gezielt vorbereitest.

Inhaltsverzeichnis

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2026

GOZ und BEMA: Der Unterschied

Für die Prüfung musst du sicher zwischen den beiden zentralen Abrechnungssystemen unterscheiden:

  • BEMA (Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen) gilt für gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten (GKV)
  • GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) gilt für privat versicherte Patientinnen und Patienten (PKV) sowie für Leistungen, die nicht Teil der GKV-Regelversorgung sind

In der Praxis überschneiden sich beide Systeme häufig – etwa bei Zahnersatz, wo GKV-Patienten Festzuschüsse erhalten und die darüberhinausgehende Versorgung nach GOZ privat abgerechnet wird. Genau solche Mischfälle sind ein typisches Prüfungsthema.

Testtrainer

GAP2 · 2.2 · Kurztest · ca. 5 Minuten

Abrechnungswesen: GOZ & BEMA

10 Fachfragen zu den beiden zentralen Gebührenwerken – direktes Feedback inklusive.

ZFA Prüfungstrainer

bestehen

Video: ZFA Prüfungstrainer im Überblick

In diesem kurzen Video bekommst du die wichtigsten Fakten zur ZFA-Abschlussprüfung kompakt zusammengefasst: den Aufbau der gestreckten Abschlussprüfung, den Unterschied zwischen GAP1 und GAP2 sowie worauf es bei deiner Vorbereitung wirklich ankommt.

Perfekt für einen schnellen Einstieg – bevor du tiefer in die einzelnen Prüfungsbereiche einsteigst.

Zentrale Themenfelder im Überblick

BEMA-Nummern und ihre Anwendung: Du solltest wissen, welche BEMA-Nummer zu welcher Leistung gehört, ob eine Leistung je Kieferhälfte, je Kiefer oder je Sitzung abgerechnet wird, und welche Fristen dabei gelten – etwa wann eine bestimmte Untersuchung frühestens wieder abgerechnet werden kann.

GOZ-Gebührenrahmen und Steigerungsfaktoren: Der Unterschied zwischen kleinem und großem Gebührenrahmen, die Bedeutung des Schwellenwerts (2,3-facher Gebührensatz) sowie wann eine Begründung für einen höheren Steigerungsfaktor notwendig ist.

Festzuschüsse bei Zahnersatz: Wie sich Festzuschüsse bei Regel-, gleichartiger und andersartiger Versorgung unterscheiden, und wie sie mit der Bonussituation des Versicherten zusammenhängen.

Heil- und Kostenplan (HKP): Aufbau und Gültigkeitsdauer des Formulars, insbesondere bei Zahnersatzplanungen.

Privatliquidation: Welche Pflichtangaben eine Rechnung enthalten muss (Zahnangabe, Anzahl der Leistungen, Gebühren-Nummer, Gebührenfaktor) und was die Kennzeichnung „Ä“ vor einer Gebühren-Nummer bedeutet (Verweis auf eine GOÄ-Position).

Verjährungsfristen und Mahnwesen: Wann die Verjährungsfrist für offene Forderungen beginnt, wann ein Zahlungsverzug eintritt, und wie ein konsequentes, aber freundliches Mahnwesen im Praxisalltag abläuft.

Digitale Prozesse: Der Kommunikationsdienst KIM für die Übermittlung von Laboraufträgen, digitale Anamneseerfassung per Tablet sowie die Zusammenarbeit mit externen Verrechnungsstellen unter Beachtung des Datenschutzes.

GOZ und BEMA im Vergleich

Zwei Gebührenwerke, zwei Systeme: Hier siehst du auf einen Blick, wie sich BEMA und GOZ in Geltungsbereich, Abrechnung und Preisgestaltung unterscheiden.

MerkmalBEMAGOZ
GeltungsbereichGesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten (GKV)Privatpatienten sowie GKV-Mehrleistungen
Vollständiger NameBewertungsmaßstab für zahnärztliche LeistungenGebührenordnung für Zahnärzte
StrukturFeste Positionsnummern mit vorgegebenem PunktwertPunktwerte mit variablem Steigerungsfaktor
PreisgestaltungPunktwert fest vorgegeben, kein ErmessensspielraumSteigerungsfaktor je nach Schwierigkeit & Zeitaufwand wählbar
BegründungspflichtIn der Regel nicht erforderlichAb dem großen Gebührenrahmen schriftlich erforderlich
Abrechnung gegenüberKassenzahnärztliche Vereinigung (KZV)Direkt gegenüber der Patientin bzw. dem Patienten
FormularErfassungsscheinPrivatliquidation (Rechnung)
Fristen & HäufigkeitenOft feste Abrechnungshäufigkeiten, z. B. je KalenderhalbjahrGrundsätzlich frei, aber Ausschlussregelungen zwischen bestimmten Positionen
KombinationKombinierbar mit GOZ bei MehrkostenvereinbarungKombinierbar mit BEMA bei Mehrkostenvereinbarung

Beide Gebührenwerke werden bei einer Mehrkostenvereinbarung häufig gemeinsam angewendet, wenn gesetzlich Versicherte eine über die Regelversorgung hinausgehende Leistung wählen.

Wie sind die Prüfungsaufgaben aufgebaut?

Der Prüfungsbereich Verwaltungsprozesse und Abrechnung ist mit häufig um die 38 Aufgaben der umfangreichste schriftliche Teil von GAP2. Die Aufgaben sind meist an eine durchgehende Musterpraxis geknüpft, in der ein fiktiver Zahnarzt und wiederkehrende Patientinnen und Patienten vorkommen – ähnlich wie bei den fallbasierten Aufgaben in GAP1. Ein typischer Aufgabentyp sieht so aus: Ein konkreter Behandlungsfall wird beschrieben, und du musst die passende Kombination aus BEMA-Nummern, GOZ-Positionen oder Festzuschüssen bestimmen.

Wichtig zu wissen: Viele dieser Aufgaben haben mehr als eine richtige Antwort – die Anzahl der korrekten Lösungen ist auf dem Lösungsbogen durch die Anzahl der vorgedruckten Kästchen erkennbar. Genaues Lesen der Aufgabenstellung ist hier entscheidend, da leicht abgewandelte Patientensituationen (GKV vs. PKV, Kieferhälfte vs. ganzer Kiefer) zu unterschiedlichen richtigen Antworten führen.

So bereitest du dich gezielt vor

BEMA- und GOZ-Nummern nicht isoliert auswendig lernen: Verknüpfe jede Nummer direkt mit dem passenden Behandlungsfall. Frage dich: Wann genau wird diese Position abgerechnet, und was schließt sie aus?

Mit der Musterpraxis-Logik vertraut machen: Da viele Aufgaben auf eine durchgehende Praxis mit wiederkehrenden Patienten aufbauen, hilft es, dich an dieses Format zu gewöhnen und Zwischentexte besonders sorgfältig zu lesen.

GKV- und PKV-Fälle bewusst unterscheiden: Übe gezielt, bei jedem Fallbeispiel zuerst zu klären, ob es sich um eine GKV- oder PKV-Patientin handelt – das entscheidet maßgeblich, welches Abrechnungssystem greift.

Rechtliche Grundlagen nicht vernachlässigen: Themen wie Verjährungsfristen, Mahnwesen und Pflichtangaben auf Rechnungen wirken auf den ersten Blick trocken, kommen aber regelmäßig in eigenständigen Aufgaben vor und lassen sich mit klaren Merksätzen gut einprägen.

Mit Original-Aufgabenformaten üben: Da ein Großteil der Aufgaben mehrere richtige Antworten verlangt, gewöhne dich frühzeitig an dieses Format, statt in der Prüfung von Aufgaben mit nur einer richtigen Lösung auszugehen.

Fazit: Systematik statt Zahlenchaos

Das Abrechnungswesen wirkt auf den ersten Blick wie ein unüberschaubares Feld aus Nummern und Paragrafen. Wer sich jedoch die zugrunde liegende Systematik – GKV vs. PKV, Festzuschüsse, rechtliche Fristen – erarbeitet und die Musterpraxis-Fälle regelmäßig übt, gewinnt schnell Sicherheit in diesem Prüfungsbereich.

Mit unserem Testtrainer kannst du gezielt mit praxisnahen Abrechnungsfällen im Original-Format üben und so herausfinden, in welchen Bereichen du noch Übung brauchst.

Bereit, gezielt für die ZFA Prüfung zu üben?

Unser Testtrainer hilft dir, dich mit praxisnahen Prüfungsfragen im Original-Stil strukturiert und sicher auf die ZFA Prüfung GAP 1 und GAP 2 vorzubereiten.

Häufige Fragen zum Abrechnungswesen

Muss ich alle GOZ- und BEMA-Nummern auswendig kennen?
Ein gewisses Grundgerüst an häufig vorkommenden Nummern solltest du sicher beherrschen. Wichtiger als reines Auswendiglernen ist jedoch, die Systematik zu verstehen – also zu wissen, wie man anhand eines Behandlungsfalls die passende Position herleitet.
Wie unterscheide ich, ob ein Fall nach GOZ oder BEMA abgerechnet wird? Der Versicherungsstatus der Patientin oder des Patienten ist entscheidend: GKV-Versicherte werden grundsätzlich nach BEMA abgerechnet, PKV-Versicherte nach GOZ. Bei Zahnersatz können beide Systeme gleichzeitig eine Rolle spielen.
Häufig liegt die Aufgabenzahl bei rund 38 Aufgaben, kann je nach Kammer und Prüfungstermin aber variieren.
Ja, rechtliche und organisatorische Themen wie Verjährungsfristen, Zahlungsverzug und Mahnverfahren gehören fest zum Prüfungsstoff und kommen regelmäßig als eigenständige Aufgaben vor.

Der Autor: Maximilian

Als erfahrener Praxismanager habe ich selbst eine Zahnarztpraxis geleitet und kenne die Anforderungen des Praxisalltags aus erster Hand – von der Patientenaufnahme über die Behandlungsassistenz bis zur Abrechnung. Heute unterstütze ich als Experte für medizinische Prüfungsvorbereitung angehende ZFA dabei, sich fundiert und praxisnah auf ihre Abschlussprüfung vorzubereiten.