Zentrale Themenfelder im Überblick
BEMA-Nummern und ihre Anwendung: Du solltest wissen, welche BEMA-Nummer zu welcher Leistung gehört, ob eine Leistung je Kieferhälfte, je Kiefer oder je Sitzung abgerechnet wird, und welche Fristen dabei gelten – etwa wann eine bestimmte Untersuchung frühestens wieder abgerechnet werden kann.
GOZ-Gebührenrahmen und Steigerungsfaktoren: Der Unterschied zwischen kleinem und großem Gebührenrahmen, die Bedeutung des Schwellenwerts (2,3-facher Gebührensatz) sowie wann eine Begründung für einen höheren Steigerungsfaktor notwendig ist.
Festzuschüsse bei Zahnersatz: Wie sich Festzuschüsse bei Regel-, gleichartiger und andersartiger Versorgung unterscheiden, und wie sie mit der Bonussituation des Versicherten zusammenhängen.
Heil- und Kostenplan (HKP): Aufbau und Gültigkeitsdauer des Formulars, insbesondere bei Zahnersatzplanungen.
Privatliquidation: Welche Pflichtangaben eine Rechnung enthalten muss (Zahnangabe, Anzahl der Leistungen, Gebühren-Nummer, Gebührenfaktor) und was die Kennzeichnung „Ä“ vor einer Gebühren-Nummer bedeutet (Verweis auf eine GOÄ-Position).
Verjährungsfristen und Mahnwesen: Wann die Verjährungsfrist für offene Forderungen beginnt, wann ein Zahlungsverzug eintritt, und wie ein konsequentes, aber freundliches Mahnwesen im Praxisalltag abläuft.
Digitale Prozesse: Der Kommunikationsdienst KIM für die Übermittlung von Laboraufträgen, digitale Anamneseerfassung per Tablet sowie die Zusammenarbeit mit externen Verrechnungsstellen unter Beachtung des Datenschutzes.
GOZ und BEMA im Vergleich
| Merkmal | BEMA | GOZ |
|---|---|---|
| Geltungsbereich | Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten (GKV) | Privatpatienten sowie GKV-Mehrleistungen |
| Vollständiger Name | Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen | Gebührenordnung für Zahnärzte |
| Struktur | Feste Positionsnummern mit vorgegebenem Punktwert | Punktwerte mit variablem Steigerungsfaktor |
| Preisgestaltung | Punktwert fest vorgegeben, kein Ermessensspielraum | Steigerungsfaktor je nach Schwierigkeit & Zeitaufwand wählbar |
| Begründungspflicht | In der Regel nicht erforderlich | Ab dem großen Gebührenrahmen schriftlich erforderlich |
| Abrechnung gegenüber | Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) | Direkt gegenüber der Patientin bzw. dem Patienten |
| Formular | Erfassungsschein | Privatliquidation (Rechnung) |
| Fristen & Häufigkeiten | Oft feste Abrechnungshäufigkeiten, z. B. je Kalenderhalbjahr | Grundsätzlich frei, aber Ausschlussregelungen zwischen bestimmten Positionen |
| Kombination | Kombinierbar mit GOZ bei Mehrkostenvereinbarung | Kombinierbar mit BEMA bei Mehrkostenvereinbarung |
Beide Gebührenwerke werden bei einer Mehrkostenvereinbarung häufig gemeinsam angewendet, wenn gesetzlich Versicherte eine über die Regelversorgung hinausgehende Leistung wählen.
Wie sind die Prüfungsaufgaben aufgebaut?
Der Prüfungsbereich Verwaltungsprozesse und Abrechnung ist mit häufig um die 38 Aufgaben der umfangreichste schriftliche Teil von GAP2. Die Aufgaben sind meist an eine durchgehende Musterpraxis geknüpft, in der ein fiktiver Zahnarzt und wiederkehrende Patientinnen und Patienten vorkommen – ähnlich wie bei den fallbasierten Aufgaben in GAP1. Ein typischer Aufgabentyp sieht so aus: Ein konkreter Behandlungsfall wird beschrieben, und du musst die passende Kombination aus BEMA-Nummern, GOZ-Positionen oder Festzuschüssen bestimmen.
Wichtig zu wissen: Viele dieser Aufgaben haben mehr als eine richtige Antwort – die Anzahl der korrekten Lösungen ist auf dem Lösungsbogen durch die Anzahl der vorgedruckten Kästchen erkennbar. Genaues Lesen der Aufgabenstellung ist hier entscheidend, da leicht abgewandelte Patientensituationen (GKV vs. PKV, Kieferhälfte vs. ganzer Kiefer) zu unterschiedlichen richtigen Antworten führen.
So bereitest du dich gezielt vor
BEMA- und GOZ-Nummern nicht isoliert auswendig lernen: Verknüpfe jede Nummer direkt mit dem passenden Behandlungsfall. Frage dich: Wann genau wird diese Position abgerechnet, und was schließt sie aus?
Mit der Musterpraxis-Logik vertraut machen: Da viele Aufgaben auf eine durchgehende Praxis mit wiederkehrenden Patienten aufbauen, hilft es, dich an dieses Format zu gewöhnen und Zwischentexte besonders sorgfältig zu lesen.
GKV- und PKV-Fälle bewusst unterscheiden: Übe gezielt, bei jedem Fallbeispiel zuerst zu klären, ob es sich um eine GKV- oder PKV-Patientin handelt – das entscheidet maßgeblich, welches Abrechnungssystem greift.
Rechtliche Grundlagen nicht vernachlässigen: Themen wie Verjährungsfristen, Mahnwesen und Pflichtangaben auf Rechnungen wirken auf den ersten Blick trocken, kommen aber regelmäßig in eigenständigen Aufgaben vor und lassen sich mit klaren Merksätzen gut einprägen.
Mit Original-Aufgabenformaten üben: Da ein Großteil der Aufgaben mehrere richtige Antworten verlangt, gewöhne dich frühzeitig an dieses Format, statt in der Prüfung von Aufgaben mit nur einer richtigen Lösung auszugehen.
Fazit: Systematik statt Zahlenchaos
Das Abrechnungswesen wirkt auf den ersten Blick wie ein unüberschaubares Feld aus Nummern und Paragrafen. Wer sich jedoch die zugrunde liegende Systematik – GKV vs. PKV, Festzuschüsse, rechtliche Fristen – erarbeitet und die Musterpraxis-Fälle regelmäßig übt, gewinnt schnell Sicherheit in diesem Prüfungsbereich.
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